Ich erinnere mich noch gut an die ersten Videos, in denen Menschen überall auf der Welt den Jerusalema-Tanz getanzt haben. Nicht nur auf großen Plätzen oder bei Veranstaltungen, sondern auch in Krankenhäusern, Schulen, Büros und sogar in kleinen Wohnzimmern. Was mich damals besonders fasziniert hat: Die meisten Tänzer sahen nicht aus wie professionelle Choreografen. Viele lachten, machten kleine Fehler und tanzten trotzdem mit voller Freude. Genau das ist der besondere Reiz dieses Tanzes.
Als ich mich näher mit den Schritten beschäftigt habe, wurde schnell klar: Der Jerusalema-Tanz wirkt auf den ersten Blick komplizierter, als er tatsächlich ist. Die Bewegungen wiederholen sich, der Rhythmus bleibt angenehm gleichmäßig und man braucht keine jahrelange Tanzerfahrung. Trotzdem gibt es ein paar Details, die den Unterschied machen. Wer nur die Füße irgendwie bewegt, kommt zwar durch das Lied, aber wer den Charakter des Tanzes versteht, wirkt automatisch entspannter und sicherer.
In dieser Anleitung erkläre ich die Tanzschritte so, wie ich sie auch jemandem zeigen würde, der zum ersten Mal davorsteht. Nicht mit komplizierten Fachbegriffen, sondern mit kleinen Hinweisen, die beim Üben wirklich helfen.
Warum der Jerusalema-Tanz so viele Menschen erreicht hat
Der Jerusalema-Tanz gehört zu den wenigen Internetphänomenen, bei denen nicht nur ein Lied bekannt wurde, sondern eine ganze Bewegung entstand. Grundlage ist das Lied „Jerusalema“ des südafrikanischen Musikers Master KG mit der Sängerin Nomcebo Zikode. Die Mischung aus eingängiger Melodie, ruhigem Rhythmus und den einfachen Bewegungen machte den Tanz für sehr viele Menschen zugänglich.
Beim Üben fällt schnell auf, dass es nicht darum geht, möglichst spektakulär auszusehen. Der Tanz lebt von der Gemeinschaft. Jeder macht dieselben Schritte, aber jeder bringt ein wenig seine eigene Persönlichkeit hinein. Genau deshalb funktionieren die Bewegungen bei Kindern genauso wie bei Erwachsenen, bei kleinen Gruppen genauso wie bei großen Veranstaltungen.
Ein häufiger Fehler am Anfang ist, zu stark auf die Füße zu schauen. Natürlich müssen die Schritte sitzen, aber der Jerusalema-Tanz wirkt erst dann natürlich, wenn der Körper locker bleibt. Die Arme dürfen mitschwingen, der Oberkörper darf sich leicht bewegen. Es geht weniger um Perfektion und mehr um den gemeinsamen Rhythmus.
Die Grundhaltung vor dem ersten Schritt
Bevor man mit der eigentlichen Choreografie beginnt, lohnt es sich, kurz auf die Ausgangsposition zu achten. Ich sehe oft, dass Anfänger verkrampft dastehen, weil sie versuchen, jede Bewegung genau zu kontrollieren. Dadurch wird der Tanz schwerer, als er sein müsste.
Stell dich mit ungefähr hüftbreit geöffneten Füßen hin. Die Knie bleiben leicht locker, der Rücken gerade, aber nicht steif. Die Arme hängen entspannt seitlich am Körper. Diese einfache Haltung hilft dabei, den Rhythmus aufzunehmen.
Der Tanz wird meistens in einer Gruppe getanzt, wobei alle in dieselbe Richtung schauen. Es gibt aber auch Varianten, bei denen sich die Tänzer drehen oder kleine Anpassungen machen. Für den Anfang empfehle ich, bei der klassischen Variante zu bleiben. Sie bildet die Grundlage für alle weiteren Bewegungen.
Die ersten Tanzschritte einfach erklärt
Der Jerusalema-Tanz besteht aus einer Abfolge von Bewegungen, die sich wiederholen. Wenn man die einzelnen Teile langsam übt, fühlt sich die Choreografie nach kurzer Zeit vertraut an.
Die seitlichen Schritte
Der erste wichtige Teil besteht aus seitlichen Bewegungen. Du bewegst dich zunächst nach rechts. Der rechte Fuß geht einen Schritt zur Seite, anschließend wird der linke Fuß herangeholt. Danach folgt die gleiche Bewegung zur anderen Seite.
Viele machen hier den Fehler, zu große Schritte zu setzen. Das sieht schnell hektisch aus und erschwert die nächsten Bewegungen. Kleine, kontrollierte Schritte passen viel besser zum Rhythmus. Der Tanz lebt von der Wiederholung, nicht von großen Bewegungen.
Ein guter Trick beim Üben ist, zunächst nur die Füße zu bewegen und die Arme wegzulassen. Sobald die Beine automatisch laufen, kannst du die Oberkörperbewegung ergänzen.
Die Kreuzbewegung der Beine
Nach den seitlichen Schritten kommt eine Bewegung, bei der ein Fuß vor beziehungsweise über den anderen gesetzt wird. Diese Kreuzbewegung wirkt am Anfang etwas ungewohnt, weil sie nicht der normalen Gehbewegung entspricht.
Hier hilft es, nicht zu schnell zu werden. Der Fuß wird bewusst gesetzt, das Gewicht verlagert und danach wieder zurückgeführt. Wenn du merkst, dass du aus dem Rhythmus kommst, ist meistens nicht der Schritt das Problem, sondern das Tempo.
Beim Jerusalema-Tanz zählt die Musik stärker als die reine Schrittfolge. Die Bewegungen sollen mit dem Lied fließen und nicht wie eine einstudierte Turnübung aussehen.
Die Drehung und der Wechsel der Richtung
Ein weiterer Teil der Choreografie ist die Drehung. Je nach Version wird sie etwas unterschiedlich ausgeführt. Bei vielen bekannten Varianten drehen sich die Tänzer schrittweise zur Seite und führen die Bewegungen anschließend in der neuen Richtung weiter.
Gerade bei der Drehung passiert es häufig, dass Anfänger den Kopf zu schnell bewegen oder versuchen, die ganze Drehung auf einmal zu machen. Besser ist es, die Drehung aus kleinen Schritten aufzubauen. Der Körper folgt dann automatisch der Bewegung.
| Element | Worauf achten? |
| Seitliche Schritte | Kleine Schritte machen und den Rhythmus halten |
| Kreuzschritte | Füße bewusst setzen und nicht hetzen |
| Drehung | Mit kleinen Bewegungen drehen, nicht springen |
| Arme und Oberkörper | Locker bleiben und die Musik spüren |
So übt man den Jerusalema-Tanz ohne Frust
Ich habe festgestellt, dass viele Menschen beim Lernen von Tänzen einen typischen Fehler machen: Sie versuchen sofort, alles gleichzeitig zu können. Füße, Arme, Musik und Geschwindigkeit sollen auf einmal funktionieren. Das führt meistens nur dazu, dass man sich verkrampft.
Besser ist eine kleine Reihenfolge. Zuerst werden die Schritte ohne Musik geübt. Danach kommt das Lied langsam dazu. Erst wenn die Bewegungen sicher sitzen, lohnt es sich, auf Ausdruck und Dynamik zu achten.
Eine Übungseinheit von 10 bis 15 Minuten reicht oft völlig aus. Längere Sessions bringen nicht automatisch mehr Erfolg, weil die Konzentration nachlässt und sich Fehler einschleichen können. Lieber regelmäßig kurz üben als einmal eine Stunde frustriert vor dem Spiegel stehen.
Beim Lernen über Videos empfehle ich außerdem, nicht nur auf die Füße der Tänzer zu schauen. Die Haltung des gesamten Körpers gibt oft den besseren Hinweis. Ein entspannter Tänzer sieht fast immer sicherer aus als jemand, der jeden Schritt kontrolliert abarbeitet.
Die häufigsten Fehler beim Jerusalema-Tanzen
Obwohl die Choreografie einfach aufgebaut ist, gibt es einige typische Stolperstellen. Der häufigste Fehler ist ein zu hohes Tempo. Die Musik klingt fröhlich, aber sie verlangt keine hektischen Bewegungen. Ruhe in den Schritten macht den Tanz sogar harmonischer.
Ein weiterer Punkt ist die fehlende Gewichtsverlagerung. Manche bewegen nur die Füße, ohne den Körper wirklich mitzunehmen. Dadurch wirken die Schritte abgehackt. Wenn das Gewicht sauber von einem Bein auf das andere wechselt, sieht die Bewegung automatisch natürlicher aus.
Auch die Arme werden oft vergessen. Natürlich müssen sie nicht exakt wie bei professionellen Gruppen aussehen, aber ein wenig Bewegung macht viel aus. Der Jerusalema-Tanz lebt von Offenheit und guter Stimmung.
Kann jeder den Jerusalema-Tanz lernen?
Die kurze Antwort lautet: Ja, fast jeder kann diesen Tanz lernen. Genau darin liegt seine Stärke. Man braucht keine spezielle Ausrüstung, keine Tanzschule und keine besondere körperliche Vorbereitung. Ein bisschen Platz und Freude an Musik reichen aus.
Natürlich unterscheiden sich Menschen in Beweglichkeit, Rhythmusgefühl und Lerngeschwindigkeit. Manche brauchen nur wenige Minuten, andere üben mehrere Tage. Das ist völlig normal. Tanzen ist keine Prüfung, bei der am Ende eine perfekte Bewertung wartet.
Besonders schön finde ich, dass der Tanz Menschen zusammenbringt, die sonst vielleicht nie gemeinsam tanzen würden. Bei vielen Gruppenaufnahmen sieht man nicht die perfekte Technik, sondern das gemeinsame Erlebnis. Genau diese Atmosphäre macht den Jerusalema-Tanz bis heute interessant.
Warum der Tanz mehr ist als eine einfache Choreografie
Wenn ich mir die vielen Aufnahmen aus unterschiedlichen Ländern anschaue, fällt ein Detail immer wieder auf: Die Menschen lächeln. Natürlich spielt das Lied eine große Rolle, aber auch die einfache Struktur des Tanzes. Niemand muss Angst haben, etwas falsch zu machen.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum dieser Tanz so lange im Gedächtnis geblieben ist. Er verlangt keine Bühne und keine Zuschauer. Er funktioniert auf einem Parkplatz genauso wie im Wohnzimmer. Jeder kann teilnehmen, unabhängig davon, ob er regelmäßig tanzt oder zum ersten Mal bewusst Schritte zu Musik macht.
Wer den Jerusalema-Tanz lernt, lernt deshalb nicht nur eine Abfolge von Bewegungen. Man lernt auch, sich auf Musik einzulassen und nicht jede Kleinigkeit kontrollieren zu wollen. Nach einigen Wiederholungen passiert etwas Interessantes: Die Schritte werden nebensächlich und der Rhythmus übernimmt.
Ein letzter Gedanke vor dem ersten Tanz
Der beste Moment, um den Jerusalema-Tanz zu lernen, ist nicht dann, wenn man sich hundertprozentig vorbereitet fühlt. Der erste Versuch darf unperfekt sein. Genau wie bei den vielen Videos, die diesen Tanz bekannt gemacht haben, geht es nicht darum, eine makellose Vorstellung abzuliefern.
Ich würde jedem empfehlen, einfach die Musik einzuschalten, die ersten Schritte langsam auszuprobieren und sich etwas Zeit zu geben. Nach einigen Wiederholungen entsteht dieses Gefühl, bei dem man nicht mehr über jeden Schritt nachdenkt. Und genau dann beginnt der Tanz eigentlich erst richtig.
Bildnachweis: Magnific (www.magnific.com)
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